Ratgeber
Internetgeschwindigkeit richtig lesen
Zwischen der beworbenen Bandbreite und der Zahl im Downloadfenster liegt fast immer der Faktor 8 – und dahinter noch ein Stück Realität.
Warum die Zahlen nicht zusammenpassen
Provider nennen Bandbreiten in Mbit/s, also Megabit pro Sekunde. Betriebssysteme, Browser und Downloadprogramme zeigen dagegen MB/s, also Megabyte pro Sekunde. Ein Byte besteht aus acht Bit, deshalb ist die MB/s-Zahl immer um den Faktor 8 kleiner. Eine 250-Mbit/s-Leitung entspricht damit rund 31 MB/s. Beide Angaben sind korrekt, sie beschreiben nur unterschiedliche Einheiten.
Binär und dezimal bei Datenmengen
Dieselbe Verwechslung wiederholt sich bei den Datenmengen. MB und GB sind dezimal (10⁶ und 10⁹ Byte), MiB und GiB sind binär (2²⁰ und 2³⁰ Byte). Betriebssysteme rechnen binär, Verpackungen rechnen dezimal. Auf der Gigabyte-Stufe liegt der Unterschied bei rund 7,4 %, auf der Terabyte-Stufe bei rund 10 %. Wenn eine Platte kleiner wirkt als beschrieben, ist meistens genau das die Erklärung.
Warum die Nennbandbreite selten erreicht wird
Die Nennbandbreite beschreibt die Leitung, nicht den Transfer. Dazwischen liegen Protokoll-Overhead, die Gegenstelle, WLAN oder Mobilfunk, die Auslastung des Servers und parallele Verbindungen im selben Haushalt. Für eine realistische Schätzung ist es deshalb sinnvoll, mit der halben Nennbandbreite zu rechnen und das Ergebnis als Größenordnung zu lesen, nicht als Zusage.
So wird die Downloadzeit abgeschätzt
Zuerst die Dateigröße in MB umrechnen, dann die Bandbreite durch 8 teilen, um MB/s zu erhalten, und schließlich teilen. Für eine 4-GB-Datei auf einer 100-Mbit/s-Leitung: 4 GB sind 4000 MB, 100 Mbit/s sind 12,5 MB/s, das ergibt 320 Sekunden oder rund 5,3 Minuten. Der Batch-Konverter rechnet mehrere Werte gleichzeitig um, wenn mehrere Leitungen verglichen werden sollen.
Passende Umrechnungen
Passende Tabellen
Einheitenfamilie: Datenrate
Häufige Fragen
Ist eine 100-Mbit/s-Leitung schnell?
Sie überträgt 12,5 MB/s. Das ist eine reine Umrechnung derselben Datenrate, ohne Aussage darüber, was eine Leitung im Alltag erreicht.
Warum zeigt mein Download weniger als die Hälfte an?
Wenn die Nennbandbreite in Mbit/s und die Anzeige in MB/s erfolgt, erklärt der Faktor 8 bereits den größten Teil des Unterschieds.
Sind 250 MBit/s dasselbe wie 250 MB/s?
Nein. 250 MBit/s entsprechen rund 31,25 MB/s.
Was ist der Unterschied zwischen MB und MiB?
MB ist dezimal und steht für 10⁶ Byte, MiB ist binär und steht für 2²⁰ Byte, also 1048576 Byte.
Quellen
Nicht als alleinige Grundlage für amtliche, medizinische, sicherheitskritische oder vertragliche Entscheidungen verwenden.
Zitierhinweis: UnitCloud, Ratgeber, Quellen geprüft: September 2026. Quellenbasis: BIPM SI Brochure · IEC 80000-13.